Im Speckenfeld 10A, 27639 Wurster Nordseeküste

Bauschutt entsorgen | Was darf rein? Kosten, Container & Checkliste | Unbescheiden Dorum
Ratgeber

Bauschutt richtig entsorgen
Was rein darf, was es kostet
und wie Sie hunderte Euro sparen

Reiner Bauschutt ist der günstigste Bauabfall – wenn er sortenrein bleibt. Was darf in den Container, welche Fehler werden richtig teuer und wie funktioniert der Recycling-Kreislauf? Der komplette Leitfaden mit Checkliste und Kostenrechnung.

Bauschutt in Deutschland – der größte Abfallstrom

65,2
Mio. t Bauschutt/Jahr
94,8%
Verwertungsquote
30–80 €
Entsorgung pro Tonne
teurer bei Fehlbefüllung

Bauschutt ist der mit Abstand größte Abfallstrom in Deutschland. Im Jahr 2022 fielen laut Umweltbundesamt rund 65,2 Millionen Tonnen reiner Bauschutt an – dazu kommen 122 Millionen Tonnen Bodenaushub und 17 Millionen Tonnen Straßenaufbruch. Zusammen machen diese mineralischen Bauabfälle über die Hälfte des gesamten deutschen Abfallaufkommens aus.

Die gute Nachricht: Bauschutt ist fast vollständig recycelbar. Von den 65,2 Millionen Tonnen wurden 45,1 Millionen Tonnen direkt recycelt und weitere 7,2 Millionen Tonnen im Deponiebau oder zur Verfüllung verwertet – eine Verwertungsquote von 94,8 Prozent. Das macht Bauschutt zum Paradebeispiel für funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Die schlechte Nachricht: Wer seinen Bauschutt nicht sauber trennt, zahlt das Drei- bis Fünffache. Ein einziges Stück Rigips im Bauschutt-Container kann dazu führen, dass der gesamte Inhalt als Baumischabfall eingestuft wird – und statt 50 Euro pro Tonne plötzlich 200 Euro oder mehr fällig werden. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, wie Sie das vermeiden.

Was ist Bauschutt? Die Definition

Bauschutt im engeren Sinne bezeichnet ausschließlich mineralische Abfälle, die bei Neubau, Umbau, Sanierung oder Abbruch von Gebäuden und Bauwerken anfallen. Das Entscheidende: Bauschutt ist sortenrein – er besteht nur aus Gestein, Beton, Keramik und verwandten Materialien. Sobald nicht-mineralische Bestandteile wie Holz, Kunststoff, Metall oder Dämmstoffe beigemischt sind, handelt es sich nicht mehr um Bauschutt, sondern um Baumischabfall.

Diese Unterscheidung ist keine bürokratische Spitzfindigkeit – sie hat massive finanzielle Konsequenzen. Reiner Bauschutt kostet bei der Entsorgung 30 bis 80 Euro pro Tonne. Baumischabfall kostet 150 bis 300 Euro pro Tonne. Bei einem typischen Sanierungsprojekt mit 5 bis 10 Tonnen Material bedeutet das einen Unterschied von mehreren hundert Euro. Und bei gewerblichen Baustellen geht es schnell um vier- bis fünfstellige Beträge.

Im Abfallverzeichnis (AVV) wird Bauschutt unter verschiedenen Schlüsselnummern geführt: 17 01 01 (Beton), 17 01 02 (Ziegel), 17 01 03 (Fliesen und Keramik) und 17 01 07 (Gemische aus Beton, Ziegel und Keramik ohne gefährliche Stoffe). Diese Klassifizierung ist wichtig, weil sie den Entsorgungsweg und damit die Kosten bestimmt. Auf jedem Entsorgungsnachweis und Begleitschein wird die AVV-Nummer vermerkt – bei falscher Zuordnung drohen Zurückweisung am Recyclinghof oder Nachberechnung durch den Containerdienst.

Bauschutt (mineralisch)

Ausschließlich mineralische Bestandteile: Beton, Ziegel, Fliesen, Naturstein, Mörtel, Putz, Estrich, Keramik. Kein Holz, kein Kunststoff, kein Gips. Günstigste Entsorgungskategorie mit höchster Recyclingquote.

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Baumischabfall (gemischt)

Mineralische Stoffe vermischt mit Holz, Kunststoff, Metall, Folien, Tapetenresten oder Dämmstoffen. Erfordert aufwendige Nachsortierung – deshalb zwei- bis dreimal so teuer wie reiner Bauschutt.

💡 Merksatz

Wenn Sie mit dem Hammer draufschlagen und es splittert in mineralische Stücke – dann gehört es in den Bauschutt. Wenn es sich biegt, schmilzt, brennt oder fault – dann nicht. Diese Faustregel deckt 95 Prozent aller Zweifel auf der Baustelle ab.

Checkliste: Was darf in den Bauschutt-Container?

Drucken Sie sich diese Übersicht aus und hängen Sie sie auf der Baustelle direkt an den Container. So wissen alle Beteiligten – vom Bauarbeiter bis zum Helfer – was wohin gehört. Denn ein einziger Fehlwurf kann den gesamten Container verteuern.

Darf in den Bauschutt

Sortenrein, trocken, ohne Anhaftungen

  • Beton (auch mit Bewehrung/Stahleinlagen)
  • Ziegel, Backsteine, Klinker, Mauerwerk
  • Fliesen, Kacheln, Keramik
  • Sanitärkeramik (Waschbecken, Toiletten, Bidets)
  • Porzellan, Steinzeug, Steingut
  • Putz- und Mörtelreste (ohne Gips)
  • Natursteine (Granit, Schiefer, Sandstein, Basalt)
  • Estrich (ohne Kleber- oder Belagsreste)
  • Dachziegel und Dachsteine
  • Pflastersteine und Bordsteine
  • Kalksandsteine
  • Betonrohre und -schächte

Darf NICHT in den Bauschutt

Führt zu Umdeklarierung & Zusatzkosten

  • Rigips, Gipskarton, Gipsputz (→ Gips-Container)
  • Porenbeton, Ytong, Gasbeton (→ Gips-Container)
  • Holz, Parkett, Türen, Fensterrahmen (→ Altholz)
  • Tapetenreste, Teppichkleber, PVC-Beläge
  • Dämmstoffe, Mineralwolle, Styropor
  • Farben, Lacke, Bitumen, Teer
  • Asbest, Eternit, KMF (→ Sonderentsorgung)
  • Kunststoffe, Folien, Verpackungen
  • Metalle, Kabel, Rohre (→ Schrottcontainer)
  • Erdaushub, Lehm, Bodenmaterial (→ Erdaushub)
  • Elektronikschrott, Batterien
  • Haushaltsmüll, Sperrmüll, organischer Müll

⚠ Hinweise zur Containerbefüllung

Container dürfen nur bis zur oberen Ladekante befüllt werden – nicht darüber hinaus. Überladene Container werden vom Containerdienst abgelehnt oder mit Aufpreis abgefahren. Werfen Sie keine losen Müllsäcke in den Bauschutt-Container und vermeiden Sie gespaltene Ladungen (z. B. Bauschutt links, Holz rechts). Der gesamte Container muss ohne Nachsortierung abtransportiert werden können. Bei Verstoß drohen Zurückweisung, Nachsortierkosten oder Umdeklarierung zum teureren Baumischabfall.

Die 9 häufigsten Fehlbefüllungen – und was sie kosten

Die meisten Zusatzkosten bei der Bauschuttentsorgung entstehen nicht durch böse Absicht, sondern durch Unwissenheit. Hier sind die häufigsten Fehler, die wir auf Baustellen sehen – und die teueren Konsequenzen:

1

Gipskarton im Bauschutt

Rigips sieht mineralisch aus, reagiert aber auf Deponien chemisch und setzt Schwefelwasserstoff frei. Schon ein paar Platten führen zur Umdeklarierung als Baumischabfall. Mehrkosten: 100–200 € pro Container.

2

Porenbeton/Ytong beigemischt

Porenbeton ist zu porös für die Wiederverwertung als Tragschichtmaterial. Im Bauschutt-Container löst er eine Umdeklarierung aus – obwohl er optisch kaum von Kalksandstein zu unterscheiden ist.

3

Fliesen mit Teerkleber

Alte Fliesen mit schwarzem Kleber (vor ~1990) enthalten häufig PAK-haltige Bitumenkleber. Der gesamte Container wird als gefährlicher Abfall eingestuft. Mehrkosten: 500–1.500 €.

4

Holzreste „nur kurz rein“

Selbst kleine Mengen Holz – eine Türzarge, ein Brett – machen aus dem günstigen Bauschutt-Container einen teuren Mischcontainer. Immer einen separaten Altholz-Container bereitstellen.

5

Dämmwolle-Reste

Glaswolle oder Steinwolle im Bauschutt führt nicht nur zur Umdeklarierung – bei KMF-haltiger Wolle (vor Baujahr 2001) wird der gesamte Container als Sondermüll eingestuft. Mehrkosten: bis 1.000 €.

6

Erde und Lehm eingemischt

Erdaushub gehört in einen eigenen Container. Erdanhaftungen an Steinen sind tolerierbar, aber Erdklumpen oder Lehm im Bauschutt führen zur Nachsortierung oder Zurückweisung.

7

Container überladen

Bauschutt ist schwer – 1 m³ wiegt 1,1 bis 1,5 Tonnen. Überladene Container dürfen nicht transportiert werden und verursachen Kosten für Teilentladung oder Zweitfahrt (100–200 €).

8

Kunststoffrohre & Kabel

Bei Installationsarbeiten landen Rohre und Kabel schnell im falschen Container. Auch PVC-Abflussrohre und Elektrokabel sind Störstoffe – sie gehören in den Baumischabfall oder Schrottcontainer.

9

Estrich mit Bodenbelag

Reiner Estrich ist Bauschutt. Estrich mit aufgeklebtem PVC, Teppich oder Parkett dagegen ist Baumischabfall. Trennen Sie den Belag vorher ab – das spart erheblich.

⚠ Worst Case: Gefahrstoffe im Container

Wenn im Bauschutt-Container asbesthaltiges Material, teerhaltige Dachpappe oder schadstoffbelastetes Holz entdeckt wird, stuft der Entsorger den gesamten Inhalt als gefährlichen Abfall ein. Die Kosten können sich verzehnfachen – statt 300 € werden plötzlich 3.000 € oder mehr fällig. Außerdem drohen Bußgelder nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz. Gefahrstoffe deshalb immer separat sammeln und über spezielle Behälter (BigBags) entsorgen.

Container: Größen, Kosten & richtige Befüllung

Die Wahl der richtigen Containergröße ist entscheidend: Zu klein bedeutet Nachbestellung mit zweitem Transport, zu groß bedeutet unnötige Kosten. Hier die gängigen Größen und ihre typischen Einsatzbereiche:

ContainergrößeMax. Gewicht (ca.)Pauschalpreis (ca.)Typischer Einsatz
3 m³ (Absetzcontainer)4–5 t120–250 €Bad-Sanierung, kleine Abbrucharbeiten
5 m³ (Standard)6–7,5 t150–400 €Küche/Bad-Komplettsanierung
7 m³8–10 t210–500 €Wohnungssanierung, Mauerdurchbruch
10 m³12–15 t300–700 €Teilabbruch, Dachsanierung
15 m³ (Abrollcontainer)20–22 t450–900 €Gebäudeabbruch
BigBag (1 m³)1–1,5 t80–150 €Kleinmengen, Fliesen, Putz

Richtwerte für Norddeutschland, Stand 2026, inkl. Transport & Entsorgung. Preise können regional variieren.

Faustformel: Wie viel Bauschutt fällt an?

Für eine grobe Schätzung: Länge × Breite × Stärke (jeweils in Metern) × 1,7 ergibt das ungefähre Volumen in Kubikmetern. Eine Mauer von 3 m Länge, 2,5 m Höhe und 0,24 m Stärke ergibt also: 3 × 2,5 × 0,24 × 1,7 = ca. 3 m³. Der Faktor 1,7 berücksichtigt das Auflockerungsvolumen – gebrochenes Material braucht mehr Platz als die intakte Wand. Ein Kubikmeter Bauschutt wiegt zwischen 1,1 und 1,5 Tonnen – je nachdem, wie kleinteilig das Material ist.

✅ Tipp: Selbstanlieferung spart Geld

Wer einen Anhänger oder Transporter hat, kann Kleinmengen (bis ca. 1 m³) direkt zum Recyclinghof bringen – viele Werkstoffhöfe nehmen diese Mengen kostenlos oder für 20–50 € an. Bei größeren Mengen können Sie reinen Bauschutt (Beton, Ziegel) auch direkt zu uns nach Dorum bringen – wir verarbeiten ihn auf unserem Recyclingplatz zu Rotsteinbruch und Betonrecycling weiter.

Entsorgungskosten: Bauschutt vs. Baumischabfall

Die Entsorgungskosten machen den größten Teil der Gesamtkosten aus – und hier zeigt sich der enorme Unterschied zwischen sortenreinem Bauschutt und Baumischabfall. Die folgende Tabelle verdeutlicht, warum sich Trennung finanziell lohnt:

AbfallartPreis pro Tonne5-m³-Container (ca.)Recycelbar?
Reiner Bauschutt30–80 €150–400 €Ja (>94%)
Bauschutt mit Bewehrung40–100 €200–450 €Ja (nach Metallabtrennung)
Baumischabfall leicht100–200 €350–600 €Teilweise
Baumischabfall schwer150–300 €400–800 €Teilweise
Gipshaltige Baustoffe100–200 €300–600 €Eingeschränkt
Asbest (Sondermüll)200–500 €900–1.500 €Nein (Sonderdeponie)

Rechenbeispiel: Badezimmer-Sanierung

Beim Abriss eines durchschnittlichen Badezimmers fallen ca. 1,5–2 Tonnen Bauschutt (Fliesen, Estrich, Putz) und ca. 0,3–0,5 Tonnen Baumischabfall (Rohre, Silikon, Holz) an.

Variante A – alles zusammen: 2,5 Tonnen Baumischabfall × 200 €/t = 500 €

Variante B – getrennt: 2 Tonnen Bauschutt × 60 €/t + 0,5 Tonnen Mischabfall × 200 €/t = 220 €

Ersparnis durch Trennung: 280 € – mehr als die Hälfte.

Bei größeren Projekten potenziert sich dieser Effekt: Ein kompletter Hausabbruch produziert 50 bis 150 Tonnen Bauschutt. Die Differenz zwischen sortenreiner und gemischter Entsorgung kann dann schnell 5.000 bis 15.000 Euro betragen. Die wenigen Stunden Sortierarbeit auf der Baustelle sind also eine der rentabelsten Investitionen im gesamten Bauvorhaben.

Zu den reinen Entsorgungskosten kommen noch die Containermüete (in den Pauschalpreisen oben enthalten), die Transportpauschale und gegebenenfalls Kosten für eine Stellgenehmigung, falls der Container auf öffentlichem Straßenland stehen muss (50–100 € je nach Kommune). Viele Containerdienste bieten Pauschalpreise an, die alle Posten beinhalten – das schützt vor Überraschungen. Achten Sie bei der Angebotsanfrage darauf, ob die Entsorgungskosten nach Gewicht oder pauschal abgerechnet werden.

So funktioniert Bauschutt-Recycling

Bauschutt ist kein Abfall – er ist ein Rohstoff. Der Recyclingprozess verwandelt Betonbrocken und Ziegelbruch in genormte Tragschichtmaterialien, die Naturschotter und Primärkies ersetzen. Bei uns auf dem Recyclingplatz in Dorum können Sie diesen Kreislauf live erleben.

Annahme & Sichtkontrolle

Jede Lieferung wird bei der Annahme visuell geprüft: Ist das Material sortenrein? Gibt es Störstoffe wie Holz, Kunststoff oder Gips? Belastetes Material wird abgewiesen oder separat erfasst.

Brechen & Zerkleinern

Der Bauschutt durchläuft unseren GREMAC e2+ Backenbrecher, der die Brocken auf die gewünschte Korngröße zerkleinert – je nach Endprodukt 0–30 mm oder 0–45 mm.

Sieben & Klassieren

Über Rüttelsiebe wird das gebrochene Material in verschiedene Korngrößen aufgeteilt. Feinanteile, Mittelfraktion und Grobkorn werden getrennt – so entstehen definierte Korngemische für unterschiedliche Einsatzbereiche.

Metallabtrennung & Qualitätskontrolle

Ein Magnetabscheider entfernt Bewehrungsstahl und andere Metallreste. Das fertige Recyclingmaterial wird auf Reinheit und Korngrößenverteilung geprüft – dann ist es verkaufsfertig.

✅ Unsere Recycling-Produkte aus Ihrem Bauschutt

Aus dem angelieferten Bauschutt produzieren wir auf unserem Platz in Dorum drei hochwertige Recycling-Baustoffe: Rotsteinbruch 0–45 aus Ziegelbruch für Wege und Einfahrten, Betonrecycling 0–30 und 0–45 aus Betonabbruch als Tragschichtmaterial und Gesiebter Boden 0–15 aus Erdaushub als Mutterboden-Alternative. Über 10.000 Tonnen haben wir so bereits verarbeitet – das ist gelebte Kreislaufwirtschaft und spart unseren Kunden Geld gegenüber Naturschotter.

Rechtliche Grundlagen: Trennpflicht & Dokumentation

Die Entsorgung von Bauschutt ist in Deutschland durch mehrere Gesetze und Verordnungen geregelt. Die wichtigsten für Bauherren und Handwerker:

§

Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)

Das Grundgesetz der deutschen Abfallwirtschaft, in Kraft seit 2012. Definiert die fünfstufige Abfallhierarchie: Vermeidung → Wiederverwendung → Recycling → sonstige Verwertung → Beseitigung. Bauschutt soll vorrangig recycelt werden – Deponierung ist nur der letzte Ausweg.

§

Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV)

Seit 2017 in Kraft, konkretisiert die Trennpflicht für Bau- und Abbruchabfälle. Gewerbliche Bauherren müssen Beton, Ziegel, Fliesen, Keramik, Gips, Holz, Metalle, Glas, Kunststoff und Bitumengemische jeweils getrennt sammeln. Dokumentationspflicht inklusive – bei Verstoß drohen Bußgelder bis 100.000 €.

§

Mantelverordnung (seit August 2023)

Regelt bundeseinheitlich die Verwertung von mineralischen Ersatzbaustoffen und Bodenmaterial. Legt Grenzwerte für die Schadstoffbelastung fest und bestimmt, welches Recyclingmaterial wo eingesetzt werden darf. Betrifft vor allem Entsorger und Recyclingbetriebe, hat aber indirekte Auswirkungen auf die Entsorgungskosten.

§

Ersatzbaustoffverordnung (EBV)

Teil der Mantelverordnung. Definiert Materialklassen für Recycling-Baustoffe (RC-1, RC-2, RC-3) und legt fest, welche Güteanforderungen recycelter Bauschutt erfüllen muss, um als Ersatzbaustoff im Straßen- und Tiefbau eingesetzt werden zu dürfen.

⚠ Trennpflicht: Wer ist betroffen?

Die Trennpflicht der Gewerbeabfallverordnung gilt für alle gewerblichen Abfallerzeuger – also Bauunternehmen, Handwerker, Sanierungsfirmen und gewerbliche Vermieter. Privatbauherren sind von der Dokumentationspflicht formal ausgenommen, müssen ihren Bauschutt aber ebenfalls ordnungsgemäß entsorgen. In der Praxis profitieren auch Privatpersonen massiv von der Trennung – nicht wegen des Gesetzes, sondern wegen der deutlich niedrigeren Kosten. Eine Ausnahme von der Trennpflicht ist nur zulässig, wenn die getrennte Sammlung technisch unmöglich oder wirtschaftlich unzumutbar ist – das muss dokumentiert und begründet werden.

7 Spartipps für die Bauschuttentsorgung

Zwei Container statt einem

Ein kleiner Container für reinen Bauschutt und einer für Baumischabfall sind fast immer günstiger als ein großer für alles zusammen. Die Sortierarbeit kostet Minuten, die Ersparnis beträgt oft 30 bis 50 Prozent der Entsorgungskosten.

Containergröße kalkulieren

Nutzen Sie die Faustformel (Länge × Breite × Stärke × 1,7) und bestellen Sie den passenden Container. Nachbestellungen verursachen doppelte Transportkosten. Lieber etwas größer kalkulieren – ein halb leerer Container ist günstiger als zwei volle.

Metalle separat sammeln

Bewehrungsstahl, Kupferrohre, Aluminiumprofile und Eisenträger haben einen Marktwert. Separat gesammelt können Sie Schrott kostenlos abgeben oder sogar mit Erlös verkaufen – statt teuer als Mischabfall zu entsorgen.

Recyclingmaterial statt Naturschotter

Nutzen Sie für Tragschichten, Verfüllungen und Zuwege Recyclingmaterial statt teuren Naturschotter. Rotsteinbruch und Betonrecycling von unserem Platz in Dorum kosten ab 15 €/t – Naturschotter liegt bei 25–40 €/t.

Selbstanlieferung prüfen

Kleinmengen bis 1 m³ können Sie oft direkt zum Recyclinghof bringen – viele nehmen das kostenlos oder für 20–50 € an. Der Wegfall von Container-Transport und -Miete spart erheblich.

Stellplatz vorbereiten

Wenn der Container-LKW nicht zufahren kann, wird eine Leerfahrt berechnet (100–150 €). Stellen Sie vor der Containerlieferung sicher, dass der Stellplatz frei, eben und für schwere Fahrzeuge zugänglich ist. Bei Aufstellung im öffentlichen Raum rechtzeitig eine Stellgenehmigung beantragen.

Angebote vergleichen & Pauschalpreise bevorzugen

Holen Sie mindestens zwei Angebote ein. Achten Sie darauf, ob Pauschale oder Abrechnung nach Gewicht angeboten wird. Pauschalpreise schützen vor Überraschungen – denn das Gewicht von Bauschutt wird oft unterschätzt. Und fragen Sie nach: Sind Transport, Miete und Entsorgung im Preis enthalten?

Bauschutt entsorgen in Dorum & Umgebung

Auf unserem Recyclingplatz in Dorum (Im Speckenfeld 10a) nehmen wir reinen Bauschutt direkt an und verarbeiten ihn vor Ort zu Recycling-Baustoffen. Wir sind Ihr regionaler Ansprechpartner für die Bauschuttentsorgung an der Wurster Nordseeküste und in den angrenzenden Gemeinden. Bei uns bekommen Sie außerdem Container für Ihre Baustelle – und günstiges Recyclingmaterial für Ihr nächstes Projekt.

Was wir auf unserem Recyclingplatz annehmen: reinen Bauschutt (Beton, Ziegel, Klinker, Dachziegel, Fliesen), sauberen Erdaushub und Altholz der Klassen A2 und A3. Bitte rufen Sie vorher kurz an, damit wir den Stellplatz vorbereiten können. Für belastetes Material oder Gefahrstoffe (Asbest, KMF, Dachpappe) vermitteln wir gerne an spezialisierte Entsorger in der Region.

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Kontakt & Annahme

Unbescheiden Erdbau & Recycling GmbH
Im Speckenfeld 10a
27639 Wurster Nordseeküste (Dorum)
Tel. 04742 – 80 47
Mo–Fr 8:30–13:00 Uhr

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Anlieferung & Abholung

Selbstanlieferung auf unserem Recyclingplatz möglich – vorher kurz anrufen. Oder wir stellen Ihnen einen Container auf die Baustelle und holen ihn gefüllt wieder ab. Containerservice ab Dorum bis Cuxhaven und Bremerhaven.

Dorum Wremen Padingbüttel Cappel Holßel Nordholz Cuxhaven Bremerhaven Land Wursten Wurster Nordseeküste

Häufige Fragen zur Bauschuttentsorgung

Was kostet es, Bauschutt zu entsorgen?
Reiner Bauschutt kostet bei der Entsorgung 30 bis 80 Euro pro Tonne. Ein 5-m³-Container inklusive Transport und Entsorgung liegt bei 150 bis 400 Euro. Baumischabfall (gemischt mit Holz, Kunststoff etc.) kostet dagegen 150 bis 300 Euro pro Tonne – also das Drei- bis Fünffache. Die genauen Kosten hängen von der Region, dem Entsorger und der Reinheit des Materials ab. Kleinmengen bis 1 m³ können auf vielen Recyclinghöfen kostenlos oder für 20–50 € abgegeben werden.
Gehört Beton mit Bewehrung (Stahleinlagen) in den Bauschutt?
Ja – bewehrter Beton darf in den Bauschutt-Container. Die Stahleinlagen werden beim Recycling-Prozess durch Magnetabscheider automatisch entfernt. Allerdings kann der Entsorgungspreis für bewehrten Beton etwas höher liegen als für unbewehrten Beton, weil die Aufbereitung aufwendiger ist. Grob geschätzt: 40 bis 100 Euro pro Tonne statt 30 bis 80 Euro.
Warum darf Rigips/Gipskarton nicht in den Bauschutt?
Gips reagiert auf Deponien und in Recyclinganlagen chemisch: Er setzt unter anaeroben Bedingungen giftigen Schwefelwasserstoff (H²S) frei und verursacht in Brecheranlagen Verschlackung. Schon geringe Gipsmengen im Bauschutt führen zur Umdeklarierung als Baumischabfall – mit deutlich höheren Entsorgungskosten. Gleiches gilt für Porenbeton (Ytong), der aufgrund seiner porösen Struktur nicht als Tragschichtmaterial recycelt werden kann. Für beide Materialien gibt es eigene Entsorgungscontainer („Gips-Container“).
Kann ich Bauschutt selbst zum Recyclinghof bringen?
Ja, das ist bei Kleinmengen oft die günstigste Variante. Viele kommunale Werkstoffhöfe nehmen bis zu 1 m³ pro Anlieferung an. Die Kosten liegen bei 20 bis 50 Euro. Alternativ können Sie reinen Bauschutt direkt zu uns nach Dorum bringen – rufen Sie vorher kurz an (04742 – 80 47), damit wir vorbereitet sind.
Wie schwer ist ein Kubikmeter Bauschutt?
Ein Kubikmeter gebrochener Bauschutt wiegt zwischen 1.100 und 1.500 Kilogramm (1,1 bis 1,5 Tonnen) – je nachdem, wie kleinteilig das Material ist und wie viele Hohlräume entstehen. Grobe Brocken sind leichter (mehr Hohlräume), feiner Bruch ist schwerer. Für die Kalkulation eines 5-m³-Containers rechnen Sie mit ca. 6 bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht.
Muss ich als Privatperson meinen Bauschutt trennen?
Die strenge Trennpflicht und Dokumentationspflicht der Gewerbeabfallverordnung gilt formal nur für gewerbliche Abfallerzeuger. Als Privatperson sind Sie nicht dokumentationspflichtig. Allerdings müssen auch Privatpersonen ihren Bauschutt ordnungsgemäß entsorgen (Kreislaufwirtschaftsgesetz). Und in der Praxis lohnt sich die Trennung für Privatleute sogar noch mehr: Ein Entsorger berechnet Ihnen für sortenreinen Bauschutt deutlich weniger als für ein Gemisch. Trennen ist also keine Pflicht, aber sehr kluges Geldsparen.
Was passiert mit meinem Bauschutt nach der Entsorgung?
Sortenreiner Bauschutt wird in einer Brecheranlage zerkleinert, über Rüttelsiebe in Korngrößen klassiert und durch Magnetabscheider von Metallresten befreit. Das Ergebnis sind genormte Recycling-Baustoffe: Tragschichtmaterial für Straßen, Wege und Fundamente, Füllmaterial für den Erdbau oder Zuschlagstoffe für Recycling-Beton. Bei uns in Dorum entsteht so Rotsteinbruch (aus Ziegelbruch) und Betonrecycling (aus Betonabbruch) – Produkte, die Naturschotter ersetzen und deutlich günstiger sind.
Welche Bußgelder drohen bei falscher Bauschuttentsorgung?
Verstöße gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz und die Gewerbeabfallverordnung können mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. In der Praxis bewegen sich die Strafen für typische Verstöße (mangelhafte Trennung, fehlende Dokumentation) im Bereich von einigen hundert bis wenigen tausend Euro. Deutlich teurer wird die illegale Entsorgung – wer Bauschutt in der Natur abladen lässt, riskiert neben dem Bußgeld auch Kosten für die Räumung und mögliche Sanierung.

Quellen & weiterführende Links

Wir nehmen Ihren Bauschutt – und machen Recycling-Material daraus

Bringen Sie reinen Bauschutt direkt zu unserem Recyclingplatz in Dorum – oder lassen Sie sich einen Container liefern. Wir beraten Sie kostenlos zur richtigen Entsorgung.